Lithium-Ionen-Akkus

BMZ baut Europas größte Akkufertigung und plant eigene Superzelle

12.05.16 | Autor: Thomas Kuther

Die ersten beiden Hallen stehen schon: Hier in Karlstein-Großwelzheim soll die größte Akkufertigung Europas entstehen.
Die ersten beiden Hallen stehen schon: Hier in Karlstein-Großwelzheim soll die größte Akkufertigung Europas entstehen. (Bild: BMZ)

Der Karlsteiner Akkupionier BMZ plant Europas größte Fertigung für Lithium-Ionen-Akkus. Die ersten beiden Hallen sind bereits in Betrieb und wurden nun offiziell eingeweiht. Firmenchef Sven Bauer will zudem noch in diesem Jahr den Prototyp einer eigenen Lithium-Ionen-Zelle präsentieren: mit doppelter Lebensdauer, 68% mehr Leistung, 88% mehr Energie, 400% mehr Ladestrom und bis zu 60% mehr Kapazität.

Nach einer Bauzeit von nur etwas mehr als einem Jahr hat BMZ GmbH jetzt zusätzlich zu den über 7000 m2 Produktionsfläche am Firmenhauptsitz in die ersten beiden neuen Produktions-, Logistik-und Bürogebäude in Karlstein-Großwelzheim in Betrieb genommen. In den jeweils 4800 m2 großen Fertigungseinheiten können je nach Bedarf und Nachfrage jährlich bis zu 200 Millionen Lithium-Ionen-Batterien unterschiedlichster Art und Größe mit einer Gesamtspeicherleistung von rund 15 GWh entwickelt, gebaut und getestet werden.

Bis 2020 ist auf dem insgesamt 55.000 m2 großen neuen Betriebsgelände die Errichtung von vier weiteren Produktions-, Labor -und Bürogebäuden mit einer Gesamtfläche von rund 15000 m2 geplant. Nach Abschluss dieser Baumaßnahmen werden dann allein am Standort Karlstein-Großwelzheim bis zu 1500 BMZ-Mitarbeiter jährlich bis zu 800 Mio. Lithium-Ionen-Batterien unterschiedlichster Größe mit einer Speichergesamtleistung von rund 30 GWh fertigen.

BMZ investiert schon seit Jahren kontinuierlich hohe zweistellige Millionen-Euro-Summen in den zügigen Auf- und Ausbau der internationalen Fertigungskapazitäten. Aktuell stehen dem Unternehmen in seinen eigenen Fabriken in Deutschland, China, USA und Polen rund 120.000 m2 Produktionsfläche zur Verfügung.

Wie Firmengründer und -inhaber Sven Bauer anlässlich der offiziellen Eröffnungsfeier für die beiden neuen Gebäudekomplexe vor zahlreichen Gäste aus Politik, Verwaltung und Wirtschaft betonte, markiere das Großprojekt in Karlstein-Großwelzheim mit einem Gesamtinvestitionsvolumen von rund 80 Millionen Euro nun einen weiteren wichtigen Meilenstein in der über 20-jährigen Firmengeschichte.

Lithium-Ionen-Akkus sind vielseitig einsetzbar

„In der aktuellen Diskussion über die Förderung von Elektroautos geht oft unter, dass Lithium-Ionen-Batterien auch in E-Bikes, Elektrowerkzeugen, Gartengeräten, Energy Storage Systemen, Flurfahrzeugen, Baggern etc. zum Einsatz kommen. Anders als bei den Elektroautos erleben wir in vielen dieser Bereiche derzeit einen wahren Nachfrageboom, und wir gehen davon aus, dass der Bedarf in diesen Segmenten in den nächsten Jahren je nach Anwendungsbereich weiterhin zwischen 15 und 30 Prozent per anno zulegen wird. Das modulare Ausbaukonzept unserer neuen hochmodernen Fabrikeinheiten versetzt BMZ in die Lage, künftig noch schneller und flexibler auf dieses Wachstumsszenario und spezielle Kundenanforderungen reagieren zu können“, freut sich Bauer.

Das Marktpotenzial für Akku-betriebene Geräte ist riesig

Die Errichtung der größten Lithium-Ionen-Akkufabrik Europas in Karlstein zeige laut Bauer auch, wie wichtig dieser Technologiebereich inzwischen speziell für den Industriestandort Deutschland geworden sei. Der Batterieexperte geht davon aus, dass schon im Jahr 2020 in immer mehr Märkten kabellose Lösungen dominieren werden; eine Entwicklung, die hunderte mittelständische deutsche Geräte-, Maschinen-, Anlagen- und Fahrzeughersteller vor große Herausforderungen stelle, aber auch riesige Wachstumschancen biete.

„Der Wunsch nach größtmöglicher Mobilität verleiht nicht nur altbekannten Geräten wie beispielsweise Staubsaugern oder Bohrhämmern neue Power. Mit modernen Lithium-Ionen-Akkus lassen sich auch zahllose neue Ideen realisieren“, erläutert Bauer. „Mähroboter sind nur eines von vielen Beispielen dafür. Das Marktpotenzial für Akku-betriebene Geräte ist riesig. Umso wichtiger ist es aus unserer Sicht, in Deutschland mit vereinten Kräften baldmöglichst auch eine eigene Fertigung für Lithium-Ion-Zellen aufzubauen. Nur so lassen sich langfristig die Abhängigkeitsrisiken von den wenigen, fast ausschließlich asiatischen Zellherstellern reduzieren.“

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