Angemerkt

Akkuzellen „Made in Germany“ sollen die Elektromobilität retten

10.06.16 | Redakteur: Thomas Kuther

Thomas Kuther, Redakteur ELEKTRONIKPRAXIS: „Die vier größten Fertiger von Lithium-Ionen-Zellen kommen aus Asien und beherrschen 80 Prozent des Weltmarktes.“
Thomas Kuther, Redakteur ELEKTRONIKPRAXIS: „Die vier größten Fertiger von Lithium-Ionen-Zellen kommen aus Asien und beherrschen 80 Prozent des Weltmarktes.“ (Bild: VBM)

Ohne Akkus keine Elektroautos - so einfach ist das! Was aber, wenn es nicht genug Akkus gibt? Dann fahren 2020 eben nicht eine Million Elektroautos auf deutschen Straßen - auch das ist ganz einfach.

Was das jetzt soll, fragen Sie? Reicht etwa das Lithium für so viele Akkus nicht aus? Doch es reicht! Das jedenfalls habe ich beim diesjährigen Battery Experts Forum in Aschaffenburg vom Akkupapst Sven Bauer erfahren. Das Problem ist vielmehr, dass die vier größten Hersteller von Lithium-Ionen-Zellen aus Korea und China kommen und 80 Prozent des Marktes beherrschen. Alle anderen Zellfertiger sind ebenfalls Asiaten.

Mittlerweile werden mehr Akkuzellen in Elektroautos benötigt als in der IT und schon heute reicht der Ausstoß der Zellfertiger nicht mehr, um den Bedarf der Industrie zu decken. Wenn immer mehr Elektroautos auf den Markt kommen, werden die Zellen noch rarer und vorbei wäre es mit der Elektromobilität. Um das zu verhindern, will Tesla seine Zellen zukünftig selbst bauen und auch bei Volkswagen liebäugelt man wohl mit einer eigenen Zellfertigung, wie Ende Mai an die Öffentlichkeit drang. Das Werk soll etwa zehn Milliarden Euro kosten und ein möglicher Standort wäre Salzgitter.

Damit die anderen deutschen Autobauer in Sachen Akkuzellen nicht in die Röhre schauen, wäre eine deutsche Zellfertigung unerlässlich, wie sie von der Bundesregierung schon seit Jahren vorangetrieben wird. Laut Sven Bauer möchte die Bundesregierung dieses Projekt auch finanziell fördern und ein Konsortium von Unternehmen ins Leben rufen, das die Fertigung tragen soll. Auch eine neue Akkuzelle, die dort produziert werden könnte, stellte Bauer in Aschaffenburg vor: mit doppelter Lebensdauer, 400 Prozent höherem Ladestrom und bis zu 60 Prozent mehr Kapazität als bisherige Standardzellen. Möglicher Standort der Fertigung könnte laut Bauer Oberfranken im Raum Bamberg oder Coburg sein.

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