Zweirad-Industrie-Verband ZIV

E-Bike, quo vadis?

01.09.14 | Redakteur: Margit Kuther

Siegfried Neuberger: Geschäftsführer des Zweirad-Industrie-Verbandes ZIV
Siegfried Neuberger: Geschäftsführer des Zweirad-Industrie-Verbandes ZIV (Bild: ZIV)

Erfahren Sie Trends rund ums E-Bike und Bike vom Geschäftsführer des Zweirad-Industrie-Verbandes, Siegfried Neuberger.

Elektronikpraxis: Herr Neuberger, im ersten Halbjahr 2014 gab es Absatzzuwächse zu verzeichnen, worauf sind diese zurückzuführen?

Siegfried Neuberger: Nach Einschätzung des ZIV sind insbesondere der sehr milde Winter und das hervorragende Wetter im Frühjahr 2014 für diese Zuwächse verantwortlich.

Zwischen Januar und Juni 2014 wurden etwa 2,8 Mio. Fahrräder und E-Bikes verkauft. Das entspricht einem Zuwachs von rund 4 Prozent. Wird sich dieser Trend fortsetzen?

Der Fahrrad- und E-Bike-Markt wird sich nach unserer Einschätzung im zweiten Halbjahr positiv entwickeln. Natürlich wird dies u. a. von den Witterungsbedingungen im Herbst abhängen. Grundsätzlich hat sich das Image des Fahrrads und E-Bikes in den letzten Jahren positiv gewandelt, was zu einer stärkeren Nutzung und Nachfrage geführt hat.

Wo und wie kann man Ihrer Auffassung nach den Stellenwert des Fahrrades und des E-Bikes in Deutschland einordnen. Was bedeutet dem Deutschen sein Fahrrad?

Der Stellenwert des Fahrrades hat sich in den letzten Jahren stark verändert. War das Fahrrad früher ein reines Freizeitprodukt, so wird es zunehmend ein selbstverständlicher Teil der alltäglichen, individuellen Mobilität. Zusätzliche Unterstützung bekommt diese Entwicklung durch das E-Bike. Dies gilt nicht nur in den Großstädten sondern auch in ländlichen Regionen in Deutschland. Das E-Bike trägt zu diesem Trend bei, da es gerade für den täglichen Weg zur Arbeit oder zum Einkaufen hervorragend geeignet ist.

Die Produktion von Fahrrädern und E-Bikes ist mit einer Stückzahl von 1,6 Mio. in Deutschland um 2,4 % zurückgegangen. Gleichzeitig wurden im ersten Halbjahr 2014 etwas weniger Fahrräder und E-Bikes als im Vorjahr nach Deutschland importiert, worin sehen Sie die Gründe?

Die witterungsbedingt schwierige Saison 2013 hat dazu geführt, dass am Ende der letzten Saison noch Lagerbestände sowohl bei der Industrie als auch im Handel vorhanden waren. Diese Lagerbestände mussten zunächst verkauft werden. Das hat nach unserer Auffassung dazu geführt, dass die Unternehmen zunächst etwas vorsichtiger für die Saison 2014 geplant haben.

Die wichtigsten Importländer sind neben Kambodschaund Polen, Taiwan und Bulgarien. Worauf ist dies zurückzuführen?

Gerade in den letzten Jahren haben wir festgestellt, dass bei der Fahrradproduktion die Bedeutung der osteuropäischen Länder zugenommen hat. Für die Fahrradhersteller werden die geographische Nähe zum Markt und die damit verbundene größere Flexibilität immer wichtiger. Nach unserer Einschätzung wird sich dieser Trend in den nächsten Jahren fortsetzen.

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