ZSW-Analyse

Mehr als 740.000 Autos weltweit fahren mit Strom

20.03.15 | Autor: Thomas Kuther

Teilnehmer der eTourEurope 2014: Laut ZSW waren Anfang 2015 mehr als 740.000 Elektroautos weltweit unterwegs
Teilnehmer der eTourEurope 2014: Laut ZSW waren Anfang 2015 mehr als 740.000 Elektroautos weltweit unterwegs (Bild: ePROJEKT)

Das Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) kann erneut enorme Zuwächse bei der Elektromobilität vermelden: Nach Berechnungen der Wissenschaftler waren Anfang 2015 mehr als 740.000 Elektroautos weltweit unterwegs.

Voriges Jahr wurden etwa 320.000 Fahrzeuge neu zugelassen; damit hat der Zulieferermarkt für Fahrzeug-Akkus mit etwa 2 Mrd. € beachtliche Umsätze erzielt. Nissan Leaf, Tesla Model S und der Mitsubishi Outlander Plug-In führen die Zulassungsstatistiken 2014 an.

USA vermeldet höchste Zuwächse bei E-Autos

Auf rund eine drei Viertel Million hat das ZSW in seiner neuesten Analyse die Zahl der Elektro-Autos berechnet. Zu den Staaten mit den höchsten absoluten Zuwächsen zählen demnach vor allem die USA, deren Bestand an Strom betriebenen Pkw um ca. 117.000 (bzw. 69%) auf insgesamt rund 290.000 gewachsen ist. Damit sind die Vereinigten Staaten nach wie vor international führend gemessen am Bestand.

Auch in China ist ein deutlicher Anstieg zu verzeichnen: um fast 54.000 auf knapp 100.000 E-Fahrzeuge, was einer Erhöhung von etwa 120% entspricht. China belegt somit im Vergleich der Bestandszahlen Rang 3 - knapp hinter Japan. Dort wurde die Marke von 100.000 E-Autos überschritten bei einer allerdings vergleichsweise niedrigen Zuwachsrate von 45%.

Förderung von E-Fahrzeugen zeigt Wirkung

Gemein ist den führenden Ländern, dass im Wesentlichen Marktanreizprogramme für die erfolgreiche Entwicklung der Elektromobilität verantwortlich zeichnen. China geht inzwischen sogar dazu über, nur noch einheimische E-Fahrzeuge zu fördern und unterstreicht damit die industriepolitische Bedeutung der Elektromobilität. Fehlende Marktanreize führen hingegen dazu, dass Deutschland beim Bestand (ca. 29.600) auf Platz 7 und bei den Neuzulassungen (ca. 11.700) nur auf Platz 8 landet.

Wie in den vergangenen Jahren wird derweil Norwegen weiterhin seiner Vorreiterrolle gerecht. Um 113% auf insgesamt gut 43.400 steigt dort der E-Auto-Bestand. In dem skandinavischen Land sind insgesamt rund 2,64 Mio. Pkw registriert - somit wird dort die Elektromobilität mit einem Anteil von gut 1,6% schon im Alltag sichtbar. Daran gemessen ist Norwegen weltweiter Spitzenreiter. Zum Vergleich: In Deutschland macht dieser Anteil gerade einmal 0,07% aus.

Nissan und Chevrolet haben die Nase elektrisch vorn

Derzeit führend beim Bestand sind Modelle von Nissan, General Motors (GM), Toyota, Mitsubishi und Tesla. So wurden laut ZSW-Berechnungen seit 2010 insgesamt über 150.000 Nissan Leaf zugelassen. Auf fast 75.000 ist die Bestandszahl des Chevrolet Volt von GM angewachsen, während der Toyota Prius Plug-In in den vergangenen 5 Jahren mehr als 60.000 mal verkauft wurde. Tesla hat inzwischen etwa 50.000 Fahrzeuge des Models S verkauft.

Mit insgesamt weltweit fast 15.000 verkauften BMW i3 kann unterdessen erstmals ein deutscher Autobauer attraktive Ab-satzzahlen auf dem E-Mobilitätsmarkt verbuchen. Dies ist umso bemerkenswerter, da der i3 im Gegensatz zu den anderen genannten Modellen erst seit gut einem Jahr im Handel ist. Bei den weltweiten Neuzulassungen 2014 sind Nissan Leaf (57.000), Tesla Model S (28.000) und der Mitsubishi Outlander Plug-In (26.000) die Spitzenreiter.

Inhalt des Artikels:

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 43270849 / Markt & Strategie)