Finanzierung via Crowdfunding

E-Start-up geht mit Solarzellenauto an den Start

19.07.17 | Autor / Redakteur: mit Material der dpa / Sebastian Gerstl

Animierte Fahrzeugansicht – das echte Design des „Sion“ soll erst zur offiziellen Vorstellung enthüllt werden.
Animierte Fahrzeugansicht – das echte Design des „Sion“ soll erst zur offiziellen Vorstellung enthüllt werden. (Screenshot: »kfz-betrieb«)

Das Münchner Start-up Sono will ein E-Auto auf den Markt bringen, das sich beim Parken soweit aufladen kann, dass weitere etwa 30 Kilometer zurückgelegt werden können. Der neue Anbieter will das Fahzeug über Crowdfunding finanzieren.

Auf dem umkämpften Zukunftsmarkt der Elektroautos meldet sich ein neuer Wettbewerber mit ehrgeizigen Plänen: Ende des Monats will das Münchner Start-up Sono Motors sein Solarzellenauto „Sion“ offiziell vorstellen. Von August bis Oktober soll eine europaweite Tour mit bis zu 7.000 möglichen Probefahrten in sieben Ländern beginnen, wie Unternehmensmitgründer Laurin Hahn der Deutschen Presse-Agentur sagte. Die Serienfertigung des E-Autos soll allerdings erst 2019 starten.

Zuvor hatte bereits das Aachener Unternehmen E-Go Mobile seine Pläne publik gemacht, das noch schneller als Sono Motors sein will – voraussichtlicher Produktionsstart sei Mai 2018.

Beide Unternehmen wollen ihre E-Mobile deutlich billiger anbieten als die bisher auf dem Volumenmarkt verfügbaren Elektroautos: Der Sion soll in zwei Versionen mit 120 und 250 Kilometern Reichweite erhältlich sein, die Kosten sollen ohne Batterie 12.000 beziehungsweise 16.000 Euro betragen. Das Konkurrenzmodell E-Go Life soll einschließlich Batterie 16.000 Euro kosten und 130 Kilometer weit fahren. Außerdem soll es noch eine Version mit 170 Kilometern Reichweite geben. Chefentwickler ist der Aachener Professor Günther Schuh, der bereits den elektrischen Lieferwagen Streetscooter für die Post entworfen hat.

Der Münchner Sion soll sich auch durch eine andere Besonderheit von üblichen Elektroautos unterscheiden: Das Fahrzeug kann auch mit Solarzellen aufgeladen werden – zumindest so weit, dass eine Reichweite von 30 Kilometern am Tag möglich sein soll. Das Auto könne sich beim Parken selbst laden, ohne an Ladesäule oder Steckdose angeschlossen werden zu müssen.

Eine volle Ladung per Solarzelle wäre allerdings ein langwieriger Prozess: „Das würde vier bis fünf Tage dauern“, sagt Hahn. Deswegen ist auch herkömmliches Laden via Steckdose möglich. „Die Batterie ist komplett schnellladefähig“, sagt Hahn. Die Kunden sollen die Batterie wahlweise kaufen oder mieten können. Gebaut sind für die Probefahrten zwei Prototypen. Die Serienproduktion soll ein Auftragsfertiger übernehmen.

Sono Motors finanziert sich bislang ohne Bankkredite über Crowdfunding. Wie das Auto aussehen wird, hält das Unternehmen streng geheim, die Prototypen sollen erst bei der offiziellen Vorstellung präsentiert werden.

Schuh und seine Mitstreiter in Aachen verfolgen einen anderen Weg: E-Go Mobile baut eine eigene Produktion auf - erst ab 2020 soll sich das „teilweise ändern“, wie die Sprecherin sagt. Das Unternehmen finanziert sich zum Teil aus Eigenmitteln – die Gründer halten mehr als die Hälfte der Anteile – zum Teil mit Hilfe von Investoren, die bislang nicht genannt werden wollen.

„Vom Grundsatz her ist es einfacher, ein Elektroauto neu an den Start zu bringen als ein herkömmliches Fahrzeug“, meint Automobilexperte Wolfgang Bernhart von der Unternehmensberatung Roland Berger. „Die Technik ist einfacher und besonders bei Stadtfahrzeugen sind die Anforderungen weniger hoch. Dadurch ist die Entwicklung schneller.“

Ausschlaggebend für Start-ups ist nach Bernharts Einschätzung ein anderer Punkt: „Oft unterschätzt werden aber die Vermarktung und das Vertriebssystem. Über den wirtschaftlichen Erfolg oder Misserfolg entscheidet der Marktzugang.“

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