Angemerkt

Wie „grün“ müssen Elektro- und Hybridautos eigentlich sein?

26.03.15 | Autor: Thomas Kuther

Thomas Kuther: „Dank moderner Hybridtechnik wird man auch mit vielen Pferdestärken unter der Haube zum Umweltschützer.“
Thomas Kuther: „Dank moderner Hybridtechnik wird man auch mit vielen Pferdestärken unter der Haube zum Umweltschützer.“ (Archiv: Vogel Business Media)

Das Autojahr 2015 begann wieder mit der Multimedia-Messe CES in Las Vegas, wo Autobauer ihre neuesten Smartphones auf Rädern präsentierten. Im Auto von Morgen tun die Insassen dem Infotainment wild gestikulierend ihre Musikwünsche kund, dürfen den Bildschirm in der Mittelkonsole betatschen und auch sonst wird gewischt und gewedelt was das Zeug hält.

Auf den ersten „richtigen“ Automessen des Jahres in Detroit und Genf ging es deutlich gesitteter zu als in Las Vegas: Die Mädels an den Ständen durften im Gegensatz zu den Touch-Screens auf der CES nicht berührt werden. Dafür bestaunte das Publikum die Muckis der auf Hochglanz polierten PS-Boliden mit 400, 500 und oft noch mehr PS. Neu aber ist, dass man dank Hybridtechnik auch mit Hunderten von Pferdestärken unter der Haube zum Umweltschützer wird. So waren neben den üblichen Schluckspechten in Detroit und Genf auch hybride Boliden wie der McLaren P1 GTR zu sehen, in dem ein 3,8-Liter-Doppelturbo-V8 mit 800 PS und eine 200-PS-E-Maschine für den Vortrieb sorgen. Im Vergleich dazu sind die Hybrid-Wägelchen vom Formel-1-Zirkus mit ihren schnuckligen 1,6-Liter-Mötorchen und doppelter Energierückgewinnung lahme Enten. Ebenso wie übrigens der BMW i8, der dank Downsizing mit einem 1,5-Liter-Dreizylinder-Ottomotor auskommt, der immerhin 231 PS liefert. Aber sein 131-PS-Elektromotor ist eher unterstützend tätig, denn rein elektrisch kommt das Sport-coupé gerade einmal 37 Kilometer weit. Kein Wunder: sein Akku speichert gerade einmal 5,2 kWh. Wie wenig das ist, wird klar, wenn man dagegen dem Akku des ebenfalls von BMW kommenden Elektro-Rollers C evolution betrachtet, der satte 8 kWh aufnimmt! Angesichts solcher Beispiele zweifle ich immer öfter, was noch unter „Elektromobilität“ laufen darf und was ich eher in die Rubrik „Etikettenschwindel“ stecken sollte. Wie sehen Sie das - schreiben Sie mir Ihre Meinung, ich freue mich darauf!

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