Kontaktlose Ladesysteme könnten die Reichweitenangst besiegen

16.10.17 | Autor / Redakteur: Peter Wambsganß * / Thomas Kuther

Komfortabel für den Fahrer: Er fährt sein Auto einfach über die Ladeplatte am Boden – und schon startet der Ladevorgang automatisch.
Komfortabel für den Fahrer: Er fährt sein Auto einfach über die Ladeplatte am Boden – und schon startet der Ladevorgang automatisch. (Bild: WiTricity)

Elektromobilität ist zwar derzeit in aller Munde. Was aber viele vom Kauf eines Elektro- oder Plug-In-Hybrid-Autos abhält, ist die Reich­weitenangst. Induktive Ladekonzepte könnten dem ein Ende setzen.

Die Bundesregierung unterstützt den Kauf von Elektrofahrzeugen mit einer Kaufprämie. Doch das Interesse in der Bevölkerung ist noch verhalten. Bis Ende Juli 2017 wurden nur rund 26.589 Anträge auf eine Prämie gestellt, wobei mehr als die Hälfte von Unternehmen und Kommunen kommen. Warum sind die Käufer so zurückhaltend? Ein großer Punkt auf der Kontraliste ist die Reichweitenangst – also die Angst, mit der verfügbaren Reichweite des Fahrzeugs sein Ziel nicht erreichen zu können und unterwegs einfach liegen zu bleiben.

Eine Studie des MIT (Massachusetts Institute of Technology) hat festgestellt, dass die Angst, mit einem Elektrofahrzeug nicht ausreichend Reichweite zu haben, fast immer unbegründet ist, denn von den Wegen, die wir im Alltag zurücklegen, sind etwa 90% mit aktuellen Elektroautos ohne Probleme zu schaffen. Dabei reicht es meist völlig, das Fahrzeug über Nacht oder am Arbeitsplatz zu laden.

Trotzdem besteht bei einem großen Teil der Bevölkerung das Gefühl, mit einem Elektroauto weniger flexibel zu sein. Ein Problem für die Reichweite ist dabei, dass das E-Auto täglich oder mehrmals täglich geladen werden muss. Das dauert zum einen relativ lange und ist zum anderen eher unkomfortabel. So muss man etwa an öffentlichen Ladestationen immer darauf achten, den richtigen Adapter zu nutzen. Das entfällt in der heimischen Garage zwar, dennoch muss auch hier der schwere Stecker jedes Mal angeschlossen werden – egal wie kalt oder nass es ist und wie verschmutzt das Auto ist.

Gerade bei Hybridfahrzeugen siegt hier häufig die Bequemlichkeit: Viele Fahrer von Plug-in-Hybridfahrzeugen versorgen diese häufig gar nicht mit Strom, sondern sind die meiste Zeit mit dem Verbrennungsmotor unterwegs. Zudem besteht immer die Möglichkeit, dass man einmal vergisst, den Akku zu laden – dann steht es bei reinen Elektrofahrzeugen schon wieder schlechter um die Reichweite.

Kontaktlos Laden für mehr Bequemlichkeit

An einer Lösung für ein komfortables und flexibles Laden – und damit für eine stärkere Akzeptanz von Elektrofahrzeugen – wird gerade gearbeitet: das kontaktlose Laden oder auch induktive Laden. So kündigt Mercedes für Herbst 2017 mit dem S 500 Plug-in Hybrid ein Fahrzeug an, das diese Technologie bereits erprobt. Und auch BMW bringt mit dem 530e voraussichtlich 2018 induktives Laden auf den Markt. Doch was bedeutet das, wie funktioniert es und was sind die Vorteile?

Kontaktloses Laden ist vor allem eins: komfortabel für den Fahrer, da er sein Fahrzeug einfach über einer Ladeplatte auf dem Boden positioniert und damit den Ladevorgang automatisch startet. Das System von WiTricity ist so aufgebaut, dass ein Sender im Boden und ein Empfänger im Fahrzeug kontaktlos über Magnetfelder in Verbindung stehen. Die Energie wird genau dann übertragen, wenn die Resonanzfrequenzen von Sender- und Empfängersystem annähernd gleich sind.

Das Systemkonzept ist geeignet für alle Plug-in-Elektrofahrzeug-Plattformen und kann sowohl als Bodenplatte auf dem Garagenboden eingesetzt als auch für kontaktloses Laden auf öffentlichen und gewerblichen Parkplätzen unter dem Straßenbelag installiert werden. Zudem lässt sich damit jeglicher Fahrzeugtyp laden – vom Sportwagen mit niedriger Bodenfreiheit bis hin zum SUV mit sehr hoher Bodenfreiheit. So entfällt das manuelle Anschließen an das Ladesystem und der Fahrer muss weder daran denken, noch sich darum kümmern, dass sein Auto mit Strom versorgt wird.

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